Entstehung und Geschichte

1952 war unter dem Titel "Unternehmer gehen zur Schule" ein Buch erschienen, das starke Beachtung fand. Dr. Ludwig Vaubel von den damaligen Glanzstoff-Fabriken in Wuppertal hatte darin die Erfahrungen veröffentlicht, die er als erster deutscher Teilnehmer an einem mehrmonatigen Management-Kursus der Harvard Business School 1949 in den USA gesammelt hatte. Die Schrift gilt als einer der ganz frühen Aufrufe zum "lebenslangen Lernen", zur ständigen beruflichen Weiterbildung. Vaubel damals unter Hinweis auf die Erfolge der USA: "Wir sollten nicht fasziniert sein von dem wirtschaftlichen Geschehen in den USA, aber vielleicht sollten wir fasziniert sein von dem Gedanken an das, was bei uns vielleicht noch besser geleistet werden könnte."

Bezogen sich diese Äußerungen zunächst auf die allgemeine wirtschaftliche Tätigkeit, so zeigte die folgende Entwicklung, dass hierdurch auch ein maßgeblicher Anstoß zu umfassenden Anstrengungen der Wirtschaft in der Weiterbildung ihrer Fach- und Führungskräfte gegeben wurde.

Die Notwendigkeit der Weiterbildung von Führungskräften hatte mehrere Gründe:

  • Während des Krieges waren die internationalen Wirtschaftskontakte unterbrochen. Dadurch war der Anschluss an die Entwicklung im Ausland, besonders an die neuesten Erkenntnisse in der Unternehmensführung, vor allem in den USA, verlorengegangen.
  • Ganze Jahrgänge von Nachwuchskräften für leitende Positionen waren im Krieg stark dezimiert worden.
  • Von den spät aus Krieg und Gefangenschaft Zurückkehrenden waren nur wenige in der Lage, weitere Jahre in einer Ausbildung zu verbringen.
  • Die Rückkehr zur Marktwirtschaft ließen bereits in der Anfangsphase einen raschen technischen und wirtschaftlichen Wandel mit dem entsprechenden Zwang zur laufenden Anpassung und damit zur Weiterbildung erkennen.

1953 bildete der Bundesverband der Deutschen Industrie auf Anregung und unter Vorsitz von Dr. Wolf Dietrich von Witzleben (Siemens) einen Präsidialausschuss, um Fragen des Nachwuchses für Führungspositionen einmal systematisch untersuchen zu lassen. Diesem Ausschuss gehörte auch Dr. Vaubel an. Der Bericht des Ausschusses bildete die Basis für den Beschluss des BDI-Präsidiums im Dezember 1953, Fördermaßnahmen für die Weiterbildung von Führungskräften zu ergreifen.

1954 gründete der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Einvernehmen mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Deutschen Industrie-und Handelstag (DIHT), der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) und unter Beteiligung zahlreicher Unternehmen die "Baden-Badener Unternehmergespräche".

Für deren Vorbereitung wurde 1955 das "Deutsche Institut zur Förderung des industriellen Führungsnachwuchses" (DIF) gegründet (Trägergesellschaft: "Gesellschaft zur Förderung des Unternehmernachwuchses e.V." - GFU). Zu den Aufgaben des DIF gehörte neben den Baden-Badener Unternehmergesprächen auch der Kontakt zu Weiterbildungseinrichtungen der Wirtschaft im In- und Ausland (Wuppertaler Kreis).

1955 trafen sich auf Einladung von W.D. von Witzleben, dem Vorsitzenden der Gesellschaft zur Förderung des Unternehmernachwuchses GFU), Vertreter von mehreren Instituten, die auf dem Gebiet der Weiterbildung von Führungskräften tätig waren, zum Erfahrungsaustausch. Dieses erste Gespräch unter dem Vorsitz von Dr. Vaubel fand am 27. Mai 1955 in Wuppertal statt. Bereits wenige Wochen später traf man sich zu einem weiteren Gespräch in Wuppertal, an dem sich neben 12 Instituten auch Vertreter von Ministerien, Hochschulen und Unternehmen beteiligten. Der Ort der Zusammenkunft wurde zum Namensgeber des Wuppertaler Kreises.

Die Geschäftsführung lag beim Deutschem Institut zur Förderung des industriellen Führungsnachwuchses (DIF), das darüber hinaus auch die Baden-Badener Unternehmergespräche durchführte. Als erste Aufgabe des Wuppertaler Kreises wurde im Juli 1955 bei einem gemeinsamen Treffen beschlossen: "...zunächst einmal den Versuch zu unternehmen, die verschiedenen bereits ausgeübten Tätigkeiten (der Mitglieder) zu kennzeichnen und die Tendenzen darzulegen, in denen die einzelnen Organisationen ihre Tätigkeit weiterführen, erweitern oder beschränken wollen." Ein Formblatt erfasste das Leistungsangebot von 15 Instituten, und die Auswertung ergab einen ersten Überblick über die Schwerpunkte in der Weiterbildung von Führungskräften.

Memorandum zur Gründung 1955 (PDF, 11 MB)

Es zeigte sich, dass bereits ein reichhaltiges Angebot für Führungskräfte im Hinblick auf die angesprochenen Führungsebenen, die regionale und die sachliche Aufteilung bestand. Wieweit dieses Angebot auch vollständig war, ließ sich jedoch nicht ohne weiteres feststellen, da z.T. sehr unterschiedliche Definitionen für die angesprochenen Führungskategorien und die angebotenen Weiterbildungsveranstaltungen verwendet wurden. Der Wuppertaler Kreis bemühte sich deshalb zunächst intern um die Klärung der verwendeten Begriffe. Ein "Ausschuss Führungskräfte" untersuchte Funktion und Stellung dieses Personenkreises innerhalb der Unternehmenspyramide und erarbeitete Voraussetzungen und Vorschläge für eine sinnvolle überbetriebliche Weiterbildung.

1956 erstellte der Wuppertaler Kreis unter dem Titel "Führungskräfte fördern, wie - wo - wann?" seinen ersten Veranstaltungskalender mit einem Angebot von 11 Instituten, in den Folgejahren stieg die Zahl der beteiligten Institute auf über 30. Der Kalender, der in ständig steigender Auflage gratis verteilt wurde, zählte in den 17 Jahren seines Erscheinens 48 Ausgaben mit zuletzt 7500 Exemplaren. Er war damit der erste Beitrag zur Förderung der Transparenz des Weiterbildungsangebotes für Führungskräfte.

Am 30. Oktober 1973 wurde die Deutsche Vereinigung zur Förderung der Weiterbildung von Führungskräften (Wuppertaler Kreis) e.V. als Verein in das Register des Amtsgerichts Köln eingetragen. (1984 wurde der Name geändert in "Wuppertaler Kreis e.V. Deutsche Vereinigung zur Förderung der Weiterbildung von Führungskräften.)

Einladung zur Jubiläumsveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Wuppertaler Kreises am 29. Mai 1980(PDF, 500 kB)

Mitgliederbroschüre zum 25-jährigen Bestehen (1980) (PDF, 10 MB)

Auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) wurde nach der Wiedervereinigung der Fach- und Führungskräftetransfer in die neuen Bundesländer zum Aufbau mittelständischer Strukturen in den neuen Bundesländern ins Leben gerufen. Der Wuppertaler Kreis e.V. übernahm im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft die Koordinierung dieser Initiative.

Projekt "Fach- und Führungskräftetransfer in die neuen Bundesländer (1991)(PDF, 2 MB)

Zum 31.12.1991 löste die Gesellschaft zur Förderung des Unternehmernachwuchses (GFU) das Deutsche Institut zur Förderung des industriellen Führungsnachwuchses (DIF) auf, und verlegte seinen Sitz an den Veranstaltungsort der Unternehmergespräche in Baden-Baden. Nachdem die Immobilie bezogen wurde, war die Geschäftsstelle des Wuppertaler Kreises dann im Haus des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI) in Köln.

1995 änderte der Wuppertaler Kreis seine Satzung und ermöglichte damit auch nicht gemeinnützig tätigen Institutionen die Mitgliedschaft. Renommée und Wirtschaftsnähe der Einrichtungen und die Qualität ihrer Angebote sind weiterhin Kriterien für eine Mitgliedschaft im Wuppertaler Kreis e.V.

Seit dem Umzug der Bundesregierung und der Spitzenverbände nach Berlin befindet sich der Sitz der Geschäftsstelle des Wuppertaler Kreises in Köln-Braunsfeld.

Um seiner wachsenden Bedeutung und seinen Aufgaben als Interessenvertreter der führenden Weiterbildungseinrichtungen der Wirtschaft Rechnung zu tragen, änderte der Wuppertaler Kreis im Frühjahr 2003 seinen Namen in "Wuppertaler Kreis e.V. - Bundesverband betriebliche Weiterbildung".

Am 5. März 2005 feierte der Wuppertaler Kreis mit einer Festveranstaltung im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin sein 50-jähriges Bestehen.

Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Wuppertaler Kreises am 8. März 2005.

Broschüre "50 Jahre Wuppertaler Kreis e.V. - Bundesverband betriebliche Weiterbildung"(2005) (PDF, 500 kB)

Broschüre 60 Jahre Wuppertaler Kreis e.V. (2015) (PDF, 2 MB)

www.wkr-ev.de

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